Geschichte der Schule PDF Drucken E-Mail

Die Altenbrucher Schule – ein wichtiger Schulstandort im Osten der Stadt Cuxhaven

 

Einige Ausführungen zur Schulgeschichte der Altenbrucher Schule

 

Nicht nur über 725 Jahre Altenbruch gibt es viel zu berichten, auch die Altenbrucher Schule kann auf ein ehrwürdiges Alter zurückblicken und so lässt sich auch über die Altenbrucher Schule viel erzählen und schreiben. Die Schulchronik allein, verfasst von Hinrich Alpers, umfasst 3 Bände. Hinrich Alpers hat von allen Schulleitern sicherlich die intensivste Beziehung zu der Altenbrucher Schule gehabt, hat er doch hier von 1914-1958 als Lehrer, Hauptlehrer und Schulleiter gewirkt. Der älteste Teil des heutigen Schulgebäudes ist 128 Jahre alt, die Schule selbst ist jedoch viel älter, sie kann nach der Lateinschule in Otterndorf das höchste Alter von allen Schulen im alten Kreis Land Hadeln nachweisen, so wird hier in Altenbruch zum ersten Mal im Jahre 1522 ein Schulmeister erwähnt.

Was sich damals so während des Unterrichts und der Schulzeiten abspielte – da kann man nur sagen: Das waren noch Zeiten!

Die Schule begann morgens um 7.00 Uhr. Sommers sowie auch winters hatten die Schüler weite Wege zu Fuß zurückzulegen. Bei Dunkelheit fand die 1. Stunde bei Wachs- oder Talglicht statt, das war bis etwa 1850 so üblich. Die Lehrer selber haben sich, so gut es ging, durchgeschlagen: sie bekamen ein geringes Entgelt durch die Kirche und ein geringes Schulgeld durch die Eltern, dazu kam das sog. Totengeld für das Hinsingen der Leichen zum Kirchhof. Viele Schulmeister starben so arm, dass die Beerdigung von der Kirche übernommen werden musste. Das waren damals harte Zeiten für Schüler und auch für die Lehrer.

Die Altenbrucher Schule genoss mit ihrer Lateinschule und Teutschen Klasse über lange Zeit hohes Ansehen, denn sie wurde von tüchtigen und gewissenhaften Lehrern geführt. Doch nach einer Zeit des Aufschwungs folgte häufig die Zeit des Niedergangs. So geschah es denn auch und so heißt es in den Annalen: Rektor Wortmann lebte mit seinem Kollegen, dem Kantor Held, in großer Uneinigkeit, geriet in Armut und Schulden, vernachlässigte sein Amt und wurde verklagt. Rektor Wortmann als auch Kantor Held waren wegen ihres üblen Betragens sowohl in als auch außerhalb der Schule berüchtigt. In einer Anklageschrift wurden gegen den Kantor Held einige drastische Fälle der Volltrunkenheit zur Sprache gebracht. Während des Unterrichts zog es den Kantor ständig zur zu Hause gelassenen Branntweinflasche und in den Klassen ging inzwischen alles drunter und drüber. In Otterndorf sei der Kantor, betrunken aus einem Wirtshaus kommend, auf eine Bank gestiegen und habe von diesem Platz aus gepredigt, bis er heruntergefallen sei und sich wie ein Schwein herumgewälzt habe. Bei dieser Gelegenheit habe er durch seine Erklärung, er sei der neue Rektor der Altenbrucher Schule, diesen in Misskredit gebracht. Dieser liederliche Lebenswandel hatte Auswirkungen und führte dazu, dass sich auch die Schüler entsprechend verhielten: So haben die Schüler des Kantors Tische und Bänke aus der Schule auf den Kirchhof geworfen oder unter der Decke zum Boden festgebunden und festgenagelt und die Tische der Schulmeister voller Steine getragen. Das waren noch Zeiten!

 

Bis 1877 befanden sich fast alle Schulhäuser stets auf dem gleichen Platz an der Nordostseite des Kirchhofs unmittelbar bei der Kirche. Das Schulgebäude wird mit seinen Unzulänglichkeiten folgendermaßen beschrieben:

Welch einen höchst unangenehmen Eindruck mag es jedem Fremden bereiten neben unserer herrlichen Kirche mit ihren Thürmen dieses traurige Schulgebäude zu erblicken mit seinem eklen Anhange und zugleich mehr denn 100 Kindern, Knaben und Mädchen, die alle zugleich durcheinander, allen Anstand verletzend ihre Notdurft befriedigen. Wahrlich er muss sich in Scham abwenden!“

Das Schulgebäude als Schandfleck mitten in Altenbruch!?

So erfolgte dann auch der Ankauf des heutigen Schulgrundstücks. Der Schulneubau wurde dann 1877, vor 128 Jahren, für 30681,18 DM mit vier Klassenräumen, zwei Behelfsräumen und zwei Lehrerwohnungen erstellt:. Dieses Schulgebäude, das im Laufe der Jahre verändert und erweitert wurde, hat eine Menge erlebt – auch an Zeitgeschichte:

So war da zum Beispiel die Zeit des 2. Weltkrieges mit seinen Auswirkungen:

Nach den Weihnachtsferien 1944/45 musste die Schule wegen Kohlemangels geschlossen werden

Da es an der Schule an Luftschutzräumen fehlte, musste der Unterricht laut Verfügung des Regierungspräsidenten so auseinander gezogen werden, dass möglichst wenige Klassen gleichzeitig im Schulgebäude anwesend waren. Auf Grund dieser Anordnung wurde ein Stundenplan aufgestellt, nach dem der Unterricht durchlaufend von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr nachmittags stattfand.

Im Sommer 1944 wurde mit dem Bau von Luftschutzbunkern auf dem Schulhof begonnen. 3 Bunker für je 30 Personen wurden fertig gestellt, ein Bunker blieb unvollendet.

Von unmittelbaren Folgen feindlicher Luftangriffe blieb das Schulgebäude fast verschont. Erst in der Nacht nach der am 14.04.1945 angeordneten Schließung der Schule gingen durch einen Fliegerangriff mehrere Fenster zu Bruch.

Nach der Kapitulation mussten sämtliche Klassenräume und auch die Lehrerwohnung von Lehrer Dannemann geräumt werden und die Schule wurde von englischen Besatzungstruppen belegt. Schulisch gesehen lag alles brach und erst nach einjähriger Unterbrechung konnte der Unterricht dann am 24.06.46 wieder aufgenommen werden. Die Schule war jedoch total verwüstet, Fenster und Lampen zerschlagen und die Materialien geklaut. Hieran soll auch die Ortsjugend beteiligt gewesen sein, die alles Brennbare abtransportierte, um es zu Hause zu verfeuern.

Fünf Lehrkräfte begannen mit dem Unterricht, auch durch zahlreiche Flüchtlingskinder erhöhte sich die Schülerzahl auf 488 Schüler.

Der Unterricht war schwierig, die Kinder waren der Schule entwöhnt, es gab keine Materialien, die Schüler kamen ohne Hefte, Tafel und Griffel zum Unterricht. Im Februar 1947 erhielt die Schule eine 200-kerzige Glühbirne für 3,01 RM, bereits vorhandene Glühbirnen waren leihweise von zu Hause mitgebracht worden, um überhaupt Licht zu haben.

Ein Teil der Kinder war unterernährt, die Kinder hatten größtenteils keine Schuhe bzw. nur defektes Schuhwerk. Im März 1948 stellte das Rote Kreuz wieder Nahrungsmittel für eine Schulspeisung für 60 unterernährte Schüler zur Verfügung. Fast 6 Wochen suchte man nach einem passenden Topf, um die Schulspeisung zubereiten zu können.. Um die Brennmaterialien für die Schulspeisung musste außerdem gekämpft werden.

Immer schwieriger war auch die Beschaffung von Heften. Hefte gab es nur gegen Bezahlung und die Ablieferung von Altpapier.

Ab 1948 begann sich langsam alles zu normalisieren, es ging aufwärts und es konnte auch an die bauliche Erweiterung der Schule gedacht werden:

Am 20. August 1951 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau, der ein Jahr später in Betrieb genommen werden konnte.

Im Jahre 1955 wurde dann der neue Sportplatz eingeweiht

1962 erfolgte die Grundsteinlegung für den Mittelbau.

Am 01.09.1964 konnte der Unterricht dann in allen Räumen aufgenommen werden.

1963 wurde die Turnhalle in Betrieb genommen, hinzu kam der Pavillonbau, der uns wegen seines maroden Bauzustands heute große Sorgen bereitet.

Am 18. April 1997 wurde der Neubau der Schule mit seinen vier Klassenräumen eingeweiht. Es bedurfte des besonderen Einsatzes seitens der Stadt aber auch von Ortspolitikern, um dieses Projekt zu verwirklichen.

 

Inzwischen hat sich in der Schullandschaft vieles verändert: die Orientierungsstufe ist abgeschafft und die Altenbrucher Schule ist im Zuge der Schulstrukturreform zu einer Grund- und Hauptschule geworden. Hier werden zur Zeit etwa 248 Schüler aus den Stadtteilen Altenbruch, Groden, Lüdingworth, Altenwalde, Franzenburg, Oxstedt, Nordholz, Sahlenburg, Arensch und Berensch beschult. Die Grundschule ist seit 2001 verlässlich, hier lernen ca. 90 Schülerinnen und Schüler. Im  Hauptschulbereich werden zur Zeit etwa 158 Schüler beschult. Die Altenbrucher Schule hat seit 1980 eine Außenstelle, die sich im Schulgebäude des 4 km entfernten Nachbarstadtteils Lüdingworth befindet. Hier werden die Klassen 8 – 10 der Hauptschule unterrichtet und hier finden wir auch gut ausgestattete Fachräume wie eine Lehrküche, Werk- und Physikraum sowie 2 Turnhallen vor. An der Altenbrucher Schule gibt es seit dem Schuljahr 1982/83 das freiwillige 10. Schuljahr an Hauptschulen, hier waren wir in der Stadt Cuxhaven der 1. Standort, der auch Hauptschülern über den Hauptschulabschluss hinaus weiterführende Abschlüsse ermöglicht - wie den Realschulabschluss oder sogar den erweiterten Realschulabschluss-, darauf sind wir stolz!

Nachdem immer männliche Rektoren die Altenbrucher Schule geleitet haben, zuletzt Jens Rechenberger, der 16 Jahre Schulleiter der Altenbrucher Schule war und mit Schuljahresende 2003/04 in den Ruhestand versetzt wurde, leitete vom Schuljahresbeginn 2004/05 bis zum Juli 2012 mit Margot Röhler erstmals eine Frau die Geschicke der Schule. Aktuell ist Jürgen Janus für die Leitung der Schule verantwortlich.

An der Schule gibt es einen engagierten Förderverein, der die Schule in vielen Belangen unterstützt, genannt seien hier nur die Einrichtung des Schulgartens sowie des Computerraumes im Altenbrucher Schulgebäude. Auch viele Eltern sind immer wieder bereit sich einzubringen und uns hilfreich zur Seite zu stehen.

An der Altenbrucher Schule arbeiten insgesamt 19 Lehrkräfte, Referendare, pädagogische und weitere Mitarbeiter, so dass etwa 30 Personen an der Altenbrucher Schule beschäftigt sind.

 

 

 

 

 

 






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